Verhaltenstherapie
Als ausgebildete Verhaltenstherapeutin ist es mein Anliegen, die Fähigkeit zur Selbsthilfe zu fördern. Die Verhaltenstherapie gibt konkrete Werkzeuge an die Hand, um Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen besser zu verstehen und neue Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Im Mittelpunkt stehen die aktuellen Schwierigkeiten und das Hier und Jetzt. Gleichzeitig können prägende Erfahrungen und Muster aus der Vergangenheit einbezogen werden, wenn sie zum Verständnis und zur Veränderung der heutigen Situation beitragen.
Gemeinsam werden klare Therapieziele entwickelt und Schritt für Schritt bearbeitet. Dabei geht es zunehmend darum, die eigenen Muster zu erkennen, hinderliche „Steine, die man sich selbst in den Weg legt“, früher wahrzunehmen und neue Wege auszuprobieren. So kann Psychotherapie langfristig zu mehr Selbstwahrnehmung, Selbstregulation und Selbstwirksamkeit führen.
Traumatherapeutische Verfahren
Neben der Verhaltenstherapie, die ich als Leitlinienverfahren anbiete, habe ich Weiterbildungen in drei traumatherapeutischen Methoden absolviert:
IOPT nach Prof. Franz Ruppert (2022) – Schwerpunkt: transgenerationale Traumatisierung
NARM nach Laurence Heller (2024) – Schwerpunkt: Entwicklungstrauma
SE (Somatic Experiencing) nach Peter Levine (2026) – Schwerpunkt: Schocktrauma
Die Methoden setzen an unterschiedlichen Formen von Traumatisierung an und können – je nach Anliegen und individueller Situation – ergänzend zur Verhaltenstherapie eingesetzt werden.
IOPT - Identitätsorientierte Psychotraumatherapie
Die IOPT-Methode (Identity Oriented Psychotrauma Therapy) wurde von Prof. Franz Ruppert entwickelt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie traumatische Erfahrungen das eigene Erleben, die Identität und Beziehungen prägen können.
IOPT geht davon aus, dass sich als Reaktion auf überwältigende Erfahrungen unterschiedliche innere Anteile entwickeln können: ein gesunder Anteil, der über Ressourcen und Entwicklungspotenzial verfügt, ein traumatisierter Anteil, in dem überwältigende Gefühle und Erfahrungen gebunden sind, sowie Überlebensanteile, die durch Anpassung, Kontrolle oder Vermeidung helfen, mit dem Erlebten umzugehen.
Dabei können sich traumatische Beziehungsmuster auch über Generationen hinweg auswirken. Nicht das traumatische Ereignis selbst wird weitergegeben, sondern die daraus entstandenen Beziehungsmuster, Überzeugungen und emotionalen Belastungen.
Ein besonderes Element der IOPT ist die Anliegenmethode. Dabei werden innere Anteile und unbewusste Dynamiken im Rahmen einer Aufstellungsarbeit erfahrbar und sichtbar gemacht. Ziel ist es, sich selbst und die eigenen Muster besser zu verstehen, traumatisch geprägte Anteile zu integrieren, sich besser von den Emotionen anderer abgrenzen zu können und wieder stärker mit den eigenen gesunden und ressourcenreichen Anteilen in Kontakt zu kommen.
NARM - NeuroAffective Relational Model
NARM wurde von Laurence Heller entwickelt und richtet sich insbesondere an die Folgen von Entwicklungstrauma.
Ein Entwicklungstrauma kann entstehen, wenn grundlegende Bedürfnisse in den frühen Lebensjahren über längere Zeit nicht ausreichend erfüllt werden – etwa nach Kontakt, emotionaler Einstimmung, Vertrauen, Autonomie und liebevoller Annahme. Kinder entwickeln unter solchen Bedingungen verständliche Anpassungs- und Überlebensstrategien, um Zugehörigkeit und Beziehung zu sichern. Überanpassung, Rückzug, Perfektionismus, Kontrolle oder das Zurückstellen eigener Bedürfnisse können später im Erwachsenenalter jedoch zu Einschränkungen führen.
NARM richtet den Blick – ähnlich wie die Verhaltenstherapie – auf das gegenwärtige Erleben: Wie begegne ich mir selbst? Welche Muster zeigen sich in Beziehungen? Was geschieht, wenn ich meine Bedürfnisse wahrnehme oder Grenzen setze?
Während die Verhaltenstherapie stärker darauf ausgerichtet ist, belastende Denk- und Verhaltensmuster zu verändern und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, richtet NARM den Fokus stärker darauf, wie diese Muster innerlich erlebt werden. Gefühle, Körperempfindungen, Bedürfnisse und Beziehungsmuster werden achtsam wahrgenommen und erforscht.
Es geht hier weniger darum, sich „richtig“ zu verhalten, sondern zunächst besser zu verstehen, was in einem selbst geschieht und wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen.
Ziel ist es, eigene Bedürfnisse und Grenzen besser wahrzunehmen, Selbstvertrauen und Selbstmitgefühl zu entwickeln und die eigene Lebendigkeit und innere Freiheit wiederzuentdecken.
SE- Somatic Experiencing
Somatic Experiencing (SE) wurde von Peter Levine entwickelt und ist ein körperorientierter Ansatz zur Arbeit mit den Folgen von Schocktraumata.
Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass überwältigende Ereignisse nicht nur psychisch, sondern auch körperlich verarbeitet werden. Wird eine starke Stressreaktion von Kampf, Flucht oder Erstarrung nicht vollständig abgeschlossen, kann das Nervensystem in einer anhaltenden Alarmbereitschaft bleiben.
SE setzt deshalb bei der Körperwahrnehmung und Selbstregulation an. Statt belastende Erfahrungen ausführlich zu rekonstruieren, wird das körperliche Erleben achtsam und in kleinen Schritten wahrgenommen. Ressourcen, Orientierung und eine angemessene Dosierung der belastenden Inhalte helfen dabei, das Nervensystem wieder in einen flexibleren Zustand zwischen Aktivierung und Entspannung zu bringen.
So kann der Körper seine eigene Fähigkeit zur Regulation wiederentdecken und traumatische Erfahrungen schrittweise integrieren.